Lausitzer Sportschule Cottbus– Eliteschule des Sports

Große Fenster, Holzverkleidung, helle, freundliche Klassenzimmer, modern ausgestattete Fachräume, also beste Lern- und Arbeitsbedingungen, kennzeichnen das 2 Jahre alte / neue Gebäude der Lausitzer Sportschule Cottbus.


1954 wurde die Lausitzer Sportschule als KJS in Forst gegründet
1954 fing alles in der kleinen Tuchmacherstadt Forst an. Es wurde eine Sportschule gegründet, die talentierte junge Leute auf ihre Laufbahn als Spitzensportler vorbereitete. Damals unter komplizierten sportlichen und schulischen Bedingungen, z.B. fand Sprinttraining im Schulflur statt, bereiteten sich die Athleten auf Olympische Spiele und Weltmeisterschaften vor. Es gab auch noch nicht diese Spezialisierungen wie heute. Es wurde geturnt, man nahm an Leichtathletikwettkämpfen teil und spielte Handball.
In den ersten Jahren wohnten die Schüler in Internatsräumen mit 16 Betten, die sich im oberen Teil der Schule befanden, ein kleiner Schulgarten versorgte die Küche mit frischem Obst und Gemüse, und die Schüler züchteten außerdem noch Hühner, Schweine und Kaninchen.


Die Kinder- und Jugendsportschule Cottbus erhält am 1.September 1977 den Ehrennahmen des sowjetischen Fliegerkosmonauten Wladimir Michailowitsch Komarow.
Spätere Medaillengewinner bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften waren die Turnerinnen Karin Janz und Annelore Zinke, die Leichtathleten Gerda Garke-Kupferschmied und Christian Rudolph. Sie trainierten, lernten und verbrachten hier ihre Freizeit. Es gab z.B. einen Chor, einen Fanfarenzug und eine Schülertanzkapelle.
Später entstanden die Sektionen Radsport und Boxen, wo die Athleten in verschiedenen Schulen im Kohle- und Energiezentrum Cottbus lernten. Dank hervorragender Leistungen des Spitzensports in der Lausitz gab es einen Beschluss, im Cottbuser Sportzentrum eine Kinder- und Jugendsportschule mit Internat zu errichten, um die Bedingungen für Training und Schule zu verbessern.


Grundsteinlegung der KJS
1975 wurden die neuen Gebäude eingeweiht, und die Athleten dankten es in den folgenden Jahren mit hervorragenden Leistungen in den internationalen Sportarenen im Junioren- und Erwachsenenbereich. Leichtathleten, wie Rosemarie Ackermann, die als erste Frau der Welt die 2 Meter übersprang, Gloria Siebert, Karin Roßley, Birgit Uebel, die Radsportler Bernd Drogan, Hans- Joachim Hartnick, Lutz Heßlich, Jens Glücklich, Volker Winkler, Lothar Thoms und Dirk Meier, die Boxer Marco Rudolph und Diego Drumm und die Turner Sylvio Kroll, Maik Belle und Carsten Oelsch vertraten erfolgreich die Farben des Sportclubs Cottbus und brachten zahlreiche Medaillen von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften mit nach Hause. Viele von ihnen waren Schüler der damaligen Kinder- und Jugendsportschule Cottbus.


Der größte Erfolg der Cottbuser Radsportler: 1979 holten sie fünf Weltmeistertitel nach Cottbus. (v.l.: Hans-Joachim Hartnick, Bernd Drogan, Lothar Thoms, Lutz Heßlich, Volker Winkler)
Den größten Erfolg landeten 1979 die Radsportler. Sie holten fünf Weltmeistertitel nach Cottbus: Lutz Heßlich im Sprint, Lothar Thoms über 1000 m, Volker Winkler über 4000 m mit der Mannschaft, Hans-Joachim Hartnick und Bernd Drogan im Straßenvierer. Mit dieser Leistung rangierte die DDR damals an erster Stelle der Nationenwertung, noch vor der UdSSR.

Die sehr guten sportlichen Leistungen konnten durch hochqualifizierte Trainer, engagierte, erfolgreiche, sportinteressierte Lehrer und Erzieher sowie hervorragende materielle Bedingungen erreicht werden. Die Athleten stehen heute in anerkannten Berufen ihren Mann, z.B. als Unternehmer, Lehrer, Ärzte, Wissenschaftler, Politiker, in Verwaltungen und in anderen Bereichen des Wirtschaftslebens.


Der Altbau erstrahlt seit 2002 in frischen Farben
Gute Lern- und Trainingsbedingungen sind auch heute Voraussetzung für Bestleistungen im Spitzensport. In der heutigen Lausitzer Sportschule Cottbus lernen Schülerinnen und Schüler von der 7. bis zur 13. Klasse. Seit 2002 können sie im modernisierten und um neue Fachräume erweiterten zweiteiligen Schulgebäude lernen.
Das Internatsgebäude mit 272 Betten wurde 1997 einer Verjüngungskur unterzogen. Heute leben die Internatsschüler in komfortablen 2-Bettzimmern.

In der Schule lernen die Athleten von der 7. Klasse an in einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, die ihnen sehr gute Möglichkeiten bei der Koordinierung von schulischer und sportlicher Ausbildung bietet.

Die Bewerbungen überschreiten bei weitem die Aufnahmekapazität der Schule und es müssen bestimmte leistungssportliche und schulische Anforderungen erfüllt werden.

Kriterien für die Aufnahme der Schüler:

• Sie müssen einer der geförderten Sportarten der Schule angehören und im Landesstützpunkt trainieren ( Fußball, Turnen, Boxen, Handball männlich, Radsport und Leichtathletik männlich / weiblich sowie Volleyball weiblich).
• Sie benötigen eine Empfehlung des Landesverbandes der jeweiligen Sportart.
• Sie sollten möglichst schulisch so gut sein, dass sie bis zum Abitur an der Lausitzer Sportschule verbleiben.


Es gibt außerdem sportliche Aufnahmetests, eine sportärztliche Untersuchung und ein Aufnahmegespräch mit Eltern und Schülern. In den Klassen 7-11 besteht außerdem die Möglichkeit , Seiteneinsteiger aufzunehmen, die dieselben Aufnahme-bedingungen erfüllen müssen. Nach erfolgreichem Abschluss der 10. Klasse lernen die Sportler und Sportlerinnen weiter in der Sekundarstufe II.


Schulleiter Wolfgang Neubert (links) und der ehemalige Cottbuser Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt bei der Namensgebung 1995. Seither trägt die Schule den Namen "Lausitzer Sportschule".
Zur Zeit besuchen 539 Schülerinnen und Schüler die LSSC, davon 204 die Abiturstufe. 71 Lehrer sorgen für die schulische Ausbildung und 21 Erzieher betreuen die Internatsschüler. Die Schüler absolvieren eine Grundausbildung im Fach Sport in 3 Stunden, in der Spezialsportart haben sie 4 Stunden Wahlpflichtunterricht, der von den Lehrer-Trainern durchgeführt wird.

Durch die Betreuung in der Ganztagsschule von 7.30 Uhr- 16.00 Uhr sind auch Hausaufgabenstunden und Förderunterricht für Sportkader bzw. leistungsschwächere Schüler eingeplant. Die Erteilung von schulischen Aufgaben für Trainingslager, die Begleitung der Athleten, z.B. Radsport durch Fachlehrer in Schwerpunktfächern wie Mathematik, Deutsch und Englisch dienen dazu, diese Schüler trotz größerer Ausfallzeiten zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen.

Die Ziele der schulischen Ausbildung bestehen im Erreichen qualifizierter Abschlüsse bei gleichzeitiger optimaler sportlicher Förderung und einer guten Vorbereitung auf Lehre bzw. Studium.

In Zusammenarbeit mit dem Olympiastützpunkt Cottbus werden die Athleten bei der Suche von Ausbildungs- und Studienplätzen unterstützt. Es gibt eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und dem Energiekonzern Vattenfall Europe.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Lehrern, Eltern, Trainern, Erziehern und Schülern, die Betreuung durch die Schulsozialarbeiterin, Sport- und andere Projekte, der Besuch von Ausstellungen und vieles mehr gehören genauso zum Leben der Sportschule wie der Besuch von Wettkämpfen durch die Erziehungsträger und Klassenkameraden anderer Sportarten.

Gerade auch die Projektwoche zur Vorbereitung der Feier zum 50. Gründungstag der Sportschule im September 2004 trug zur Erforschung der Geschichte der Schule, zur Gestaltung der Klassenräume und ähnlicher Maßnahmen bei und stärkte die Verbundenheit der Schüler mit ihrer Schule.

Die Schule pflegt Schulpartnerschaften mit der Sportbetonten Grundschule Cottbus und der Sportschule in Zielona Gora. Eine Partnerschaft mit der "Soccer Academy" in Calgary wird seit mehreren Jahren gepflegt.

Die Auszeichnung der Schule 1997 mit dem Titel „Elite-Schule des Sports“ ist für Schüler und Lehrer gleichermaßen Verpflichtung.
Am 15. September 2006 wurde die Schule mit dem Titel "Eliteschule des Fußballs" durch den Deutschen Fußball-Bund ausgezeichnet. Die Lausitzer Sportschule war die erste Schule, die diesen Titel bekam.

Schule, Vereine, die Stadt Cottbus und das Land Brandenburg arbeiten immer enger zusammen, um den Sport in der Lausitz weiter zu entwickeln und neue Spitzensportler hervorzubringen.

Einen sehr wichtigen Beitrag leisten die Eltern. Diese Traditionen der Zusammenarbeit gehen bis in die 50er Jahre zurück, wo Eltern z.B. Quartiere für die Sportschüler zur Verfügung stellten, die Kinder in all den Jahren zu Wettkämpfen begleiteten, bei der materiell - technischen Ausstattung Hilfe gaben. Hier wäre z.B. die Zusammenarbeit in den 70er Jahren mit der Fliegerwerkstatt, die ein Vater leitete, zu nennen. Sie ermöglichte den Radsportlern das Höhentraining in einer Unterdruckkammer.
Eltern haben die Schule beim Umzug nach Cottbus in die neuen Räume des Internates und der Schule tatkräftig unterstützt.
Auch heute ist der Sport ohne die Hilfe der Eltern undenkbar. Diese leisten sie z. B. beim Gewinnen von Sponsoren und bei der Wettkampfbetreuung. Sie arbeiten auch eng mit dem Schulleiter, den Lehrern und Erziehern zusammen.

Zahlreiche gute sportliche Ergebnisse in den letzten Jahren bestätigen die Richtigkeit des Konzepts der LSS, die durch immer bessere Trainingsbedingungen im Umfeld der Schule unterstützt wurde, wozu auch die neue „Lausitz-Arena“ seit 2003 gehört. Sie bietet sehr gute Bedingungen für das Handball- und das Volleyballtraining, für die Durchführung des Sportunterrichts und sie wird natürlich auch von anderen Sportvereinen für Training und Wettkämpfe genutzt. Die Boxhalle wurde ebenfalls rekonstruiert.

Die Gewährleistung kurzer Wege zwischen Schule, Trainingsstätte, Internat und Sportlermensa garantiert optimale Bedingungen für die Schüler.

Viele ehemalige Schüler der Lausitzer Sportschule sind heute bei internationalen Wettkämpfen vertreten. Zu ihnen gehören die Radsportlerinnen und Radsportler Angela Brodtka, Trixi Worrack (Teilnehmerinnen an den Olympischen Spielen 2004), Katja-Christin Muche, Heinrich Haußler, Maximilian Levy, Danilo Hondo, Olaf Pollack, der Turner Robert Juckel (Teilnehmer an den Olympischen Spielen 2004), der Leichtathlet Toni Mohr, die Fußballer Kevin McKenna, Rene Trehkopf, Roland Benschneider, Alexander Walke, Thomas Neubert und viele andere. Diese guten Leistungen sollen in den nächsten Jahren fortgesetzt und weiter gesteigert werden. Dass die Schule auf dem besten Wege dorthin ist, beweisen Erfolge jüngster Vergangenheit.